11.06.2026, BG/BRG Kirchengasse, Graz
Inklusive Bildung jetzt?!
Lernwelten von morgen heute gestalten
Ziel des Dialogforums: Bestehende Barrieren und Möglichkeiten inklusiver Bildung auf Augenhöhe sichtbar und diskutierbar machen. Zusammenkommen vieler unterschiedliche Perspektiven: Menschen mit Behinderungen, Angehörige, Pädagog*innen, Schüler*innen, Studierende sowie Vertreter*innen aus Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft. Nicht übereinander sprechen — sondern miteinander.
Moderation: Ivana Veznikova & Rupert Roniger
Rahmenprogramm: Lesung aus der Ohrenschmaus-Schreibwerkstatt
Organisation: Licht ins Dunkel, BG/BRG Kirchengasse Graz
Zum Graphic Recording
In der ersten Einheit werden von verschiedenen Personen aus unterschiedlichen Blickwinkeln Impulse gegeben. Besonder inspiriert hat mich die Lesung von Gregor Haller von der Ohrenschmaus-Schreibwerkstatt, der aus seiner Schulzeit berichtet und in seinem Text u.a. seiner Begeisterung für Züge Ausdruck verleiht. Ich habe den Schnellzug, den Eilzug der öfter stehenbleibt und den Personenzug, der langsam aber dafür entscheunigt unterwegs ist, als passende Metapher befunden und zeichnerisch umgesetzt. Die Metapher steht dafür, in welchen Zug wir mit unserer Geburt gesetzt werden. Die Züge sind sehr unterschiedlich unterwegs und bestimmen leider nach wie vor weitgehend unsere Möglichkeiten am Lebensweg. Die Frage ist, wie wir es schaffen, an den Schnittpunkten, den Bahnhöfen des Lebens, eine bessere Durchmischung zu erzielen. Die Geschwindigkeiten anzupassen oder vielleicht besser, die Züge hin und wieder zu tauschen? Zum Wohl unserer Gemeinschaft und Fortschritt unserer Gesellschaft.
Nach der mitgezeichneten Impulsphase wird auf 8 Dialogtischen zu 4 Themenbereichen diskutiert, die Ergebnisse dem Graphic Recording zugeführt.
- Was brauchen junge Menschen mitBehinderungen, damit sie Bildungsangebote gut nutzen können?
- Was brauchen Schulen, damit Inklusion im Alltaggelingt?
- Was sind die größten Barrieren – und wiekönnen wir sie abbauen?
- Wie muss Bildung in Zukunft aussehen, damit alle Menschen gut lernen und teilhaben können?
Ausschnitte aus dem Graphic Recording, © mnutzDesign
Resumee: Wie gehen wir zusammen in die Zukunft?
Es braucht Mut und die entsprechende Haltung aller Beteiligten. Es braucht Geld und Investitionen in Personen, Ausbildung, Forschung, Kommunikation und Infrastruktur. Barrierefreiheit und Inklusion helfen allen Menschen in der Gesellschaft – nicht nur in unterschiedlichen Lebensphasen sondern immer: Rollstuhl - Rollkoffer - Kinderwagen - Fahrräder - Scooter und Rollator haben sehr ähnlich Ansprüche.
Es braucht Übernahme von Verantwortung in allen Bereichen, es ist eine fach-übergreifende Aufgabe auf allen Ebenen. Es muss zum Selbstverständnis werden, dass alle Menschen Zugang zu Bildung und Teilhabe am öffentlichem Leben haben. Sensibilierung und Bewusstseinsbildung, exzellente Ausbildung der Asstistenzkräfte und das Einfließen der Expertise (aus erster Hand) in alle Ausbildungswege sollten längst unser Alltag sein. Der Wunsch nach möglichst selbstbestimmtem Leben, Begegnung auf Augenhöhe (auch strukturell), Role Models und Zugang zu Freizeitangebot wäre wohl eine Selbstverständlichkeit - laut UN-Behindertenrechtskonvention wird das seit 2008 eingefordert und primär die Politik ist hier gefragt, endlich umzusetzen, was beschlossene Sache ist.
In Österreich ist die UN-Behindertenrechtskonvention seit 26. Oktober 2008 in Kraft. Sie muss bei der Gesetzgebung und der Vollziehung (Verwaltung und Rechtsprechung) berücksichtigt werden.
Quelle: https://www.sozialministerium.gv.at/Themen/Soziales/Menschen-mit-Behinderungen/UN-Behindertenrechtskonvention.html