• WOHIN - illustration - mnutz - Michaela Nutz
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"WOHIN ? schreiten wir fort"

In Resonanz auf unser Verhalten als Gesellschaft in der Corona-Krise mit Blick auf anstehende Herausforderungen.

1. Teil der WOHIN ?-Serie

Selbstkritisch by Michaela Nutz


Gedanken zum Projekt

Die Corona-Pandemie hat die meisten von uns doch recht unerwartet und schlagartig getroffen. Die gesetzten Maßnahmen, der erste Lockdown, der fast die gesamte Wirtschaft stillstehen ließ, den Flugverkehr gestoppt hat, den Verkehr in den Städten für kurze Zeit auf ein angenehmes Maß schrumpfen ließ … das alles hat uns gezeigt: wenn wir wollen, können wir gemeinsam Kräfte mobilisieren die schnell Veränderungen ermöglichen und großartige Ergebnisse erzielen (zumindest meine persönliche Erfahrung aus dem ersten Lockdown im März/ April 2020). Nach dem ersten erfolgreichen Lockdown kam der Sommer und es passierte: gefühlt nichts. Dann kam über den Sommer die zweite Welle: man reagierte viel zu spät. Verdrängung, Kurz-Zeit-Profit-Denke, politisches Kalkül, fehlende Kommunikation – was immer dazu geführt hat - es hatte zur Folge, dass immer mehr Menschen orientierungs- und ratlos am Weg verloren wurden (Spitze des Eisberges: die Corona-Demos), der wirtschaftliche Schaden immens hoch ist und die Chance bisher nicht genutzt wurde, in eine neue Richtung aufzubrechen, einen Horizont zu malen auf den man gemeinsam zustreben könnte, um die großen anstehenden Herausforderungen anzugehen (Klimakrise, Digitalisierung, Grundeinkommen, Demokratie, Migration etc.). Man hätte die Corona-Krise dazu nutzen können durch transparente Entscheidungsfindung und Kommunikation die Bevölkerung einzubeziehen, Aufklärung zu betreiben, die Verantwortung aller für alle einzufordern und vorzuleben, damit zukünftig eine möglichst freie, demokratische Gesellschaft funktionieren könnte. Das wurde aus meiner Wahrnehmung heraus bis jetzt verabsäumt. 

Die unglaublich schnelle Entwicklung der Impfung, die auf Bündelung der gemeinsamen Ressourcen basiert, war eine weitere positive Überraschung und zeigt, dass wir, wenn es um technischen Fortschritt geht, ausgezeichnet aufgestellt sind. Der egoistische Kampf um Impfdosen durch Personen, Staaten, Staatenverbünde gegeneinander wiederum offenbart, dass es uns an holistischem Denken, solidarischem Handeln und Weitsicht stark mangelt.

Serie "Resonanz" - Tusche auf Bamboo Hahnemühle 2019 - digital koloriert und bearbeitet 2020/2021

"Hirn-Nahrung"

Unser Handy fungiert als Körpererweiterung – so wie z. B. auch unser Auto. Wir benutzen beide als Hilfsmittel, als Erweiterung unserer physischen Möglichkeiten. Es gehört sozusagen zu uns wie unsere Hand oder unsere Füße. Beide Geräte bringen große Vorteile mit sich: wir sind mobiler und vernetzter, können uns informieren und Konversation betreiben. Doch inzwischen dienen nicht mehr diese Geräte uns – wir dienen eher ihnen.

Autos nehmen unseren Lebensraum ein, für sie versiegeln wir unsere wertvollen Böden. Unsere bequeme individuelle Mobilität mit Verbrennungsmotor ist uns wichtiger als unsere Gesundheit, die unserer Mitmenschen und unserer Umwelt (Bewegungsmangel, Verkehrsunfälle, Luftverschmutzung, CO2-Ausstoß, geringe Energieeffizienz etc.).

Unsere Handys halten uns auf Trab, wenn wir sie nicht beachten fordern sie uns dazu auf. Und wir gewöhnen uns an das beschäftigt und bestätigt werden. Die Inhalte, die meist mehr Zielen anderer dienen als unseren, nehmen uns unsere Lebenszeit und unsere Energie. Die Art uns Weise wie sie präsentiert werden, wie Interaktion vonstatten geht, beeinflusst unsere Gehirne indem sie unser Belohnungssystem bedient. Wir sind soziale Wesen, wir brauchen die Aufmerksamkeit und Anerkennung anderer. Wir werden bei unbewusster, sogar bei bewusster, Nutzung zutiefst manipuliert, können abhängig und sogar süchtig werden.

"Big Eyes"

Im Sinne der Sicherheit geben wir immer mehr Privatsphäre und Freiheit auf. Es werden uns politisch oft nur Schwarzweiß-Möglichkeiten angeboten -  wir dürfen uns sozusagen zwischen Überwachung und Terror entscheiden. Aus dieser Position heraus wird die Nutzung der Tools argumentiert, die immer mehr Kontrolle über unsere Leben übernehmen. Es geht hier nicht darum, ob wir etwas zu verbergen haben oder nicht. Es geht z. B. darum, dass wir es nicht bemerken, wenn uns Unternehmen, Regierungen oder Regierungsgegner oder Menschen die unsere Demokratie untergraben wollen, über unsere Informationskanäle und Gewohnheiten in unserer eigenen Blase manipulieren. Es geht auch um unsere innere Balance und Zufriedenheit, die wir erreichen können, wenn wir uns mit unseren eigenen Zielen und Werten auseinandersetzen und nicht mit den Zielen anderer, die uns über verschiedene Kanäle eingeredet und verkauft werden.

Es geht auch um gesellschaftliche Veränderungen durch Digitalisierung, die sogenannte vierte industrielle Revolution die uns bevorsteht. Sie bedeutet, dass es viele unserer Berufe in derzeitiger Form nicht mehr geben wird. Wir sollten das positiv sehen und uns überlegen, ob wir unsere Existenz unbedingt über Erwerbsarbeit absichern müssen. Ein großer Anteil an Arbeiten fällt schon jetzt unter nicht bezahlte oder nicht gerecht bezahlte Arbeit (Pflege, Betreuung, Vereinstätigkeiten etc.). Wir würden auch gleich das Gesundheitssystem entlasten (Burnout, Boreout). Wir sollten uns als Gesellschaft überlegen, wie wir langfristig auch auf globaler Ebene mit immer weniger Arbeitsplätzen umgehen wollen. Wenn wir sozialen Frieden und ökologische Balance auf unserem Planeten und für uns selbst anstreben und verwirklichen wollen, bräuchten wir wohl so etwas wie ein globales bedingungsloses Grundeinkommen das zumindest unsere Existenz sichert.

"Lobster"

Im Zuge der Energiewende und der Nutzung neuer Rohstoffe hätten wir die Chance umsichtiger und achtsamer mit Natur und Mensch umzugehen als bisher (Recycling/ Kreislaufwirtschaft). Beispielsweise sollen vorrangig bereits versiegelte Flächen für den Ausbau von Photovoltaikanlagen genutzt werden. Landwirtschaftliche und unverbaute Flächen sowie wertvolle Böden müssen erhalten bleiben (Flächennutzungskreislauf). Versiegelung ist gerade in Städten in Zeiten globaler Erwärmung kontraproduktiv für Stadtklima und Gesundheit. Die technische Lösung - Einbau von Klimaanlagen - erhöht den Energieverbrauch. Wollen wir unsere Klimaziele erreichen, müssen wir unseren Energieverbrauch aber senken. Auch aufgrund der Rebound-Effekte steigt dieser noch immer an: neue Maschinen/ Geräte sind zwar energieeffizienter, dafür aber größer (z. B. Fernseher) und schwerer (z. B. Autos) oder wir haben eben mehr davon (Handys, Tablets, Kindles, Laptops etc.). 

Wir brauchen einen Wandel unserer Werte und unserer Haltung. Z. B. war Fleisch zu essen auch bei uns einmal ein Zeichen von Wohlstand. Täglich Fleisch zu essen ist für Wohlbefinden und Gesundheit jedoch nicht förderlich und auch kein Grundrecht. Die Abschaffung industrieller Massentierhaltung zugunsten respektvollen Umgangs mit Tieren und Menschen in der Branche führt gleichzeitig zu weniger Wasserverbrauch, Vermeidung von Antibiotika-Resistenzen und Reduktion des Methanausstoßes. 

Ein eigenes Auto stand einmal für persönliche Freiheit und Wohlstand (in der Werbung wird das noch immer massiv so propagiert). Für zeitgemäße Mobilität um von A nach B zu gelangen, brauchen wir nicht alle ein eigenes Auto (und wenn, dann leichte Elektromobilität), wir brauchen tolle Schuhe, tolle (Elektro-)Fahrräder und flexible, pünktliche, moderne öffentliche Verkehrsmittel, die der jeweiligen Situation angepasst unterwegs sind (Multimodaler Verkehr)! Dazu ein flexibles Arbeitszeitmodell mit Homeoffice-Möglichkeiten und Coworking-Spaces um den Pendlerverkehr zu reduzieren. Kaum jemand muss jeden Tag der Woche am Arbeitsplatz anwesend sein.

"Esel, schreit laut"

Social-Media-Nutzung und Medienkompetenz müssen unbedingt gesellschaftlich stärker reflektiert werden - in diesem Bereich muss es Aufklärung geben. Das betrifft uns alle aber v.a. Multiplikator*innen die ihr Wissen an ihre Schüler*innen weitergeben. Die Medienförderung muss geändert werden werden. Wir brauchen freie, unabhängige Medien, die weder von politischer noch wirtschaftlicher Seite finanziell oder anderwertig abhängig sind und die sich ethischen Grundsätzen verpflichten. Sie müssen Kontrolle üben können, damit korrupte Mitbürger nicht damit durchkommen auf unser aller Kosten ihre (Macht-, Geld-) Gier zu befriedigen und durch Missachtung der Spielregeln die Demokratie zu untergraben. Wir müssen Medien wertschätzen, die gewissenhaft recherchieren, die sich selbst hinterfragen und ernsthaften Journalismus betreiben. Und wir müssen sie gegenüber anderen, die das nicht tun, finanziell bevorzugt behandeln!

Wir brauchen Transparenz darüber, worauf politische Entscheidungen beruhen. Wir alle haben ein Recht darauf zu wissen, wie unser Geld und unsere Energie eingesetzt werden. Wir müssen weiterhin für eine Gesellschaft kämpfen, in welcher endlich alle gleichberechtigt und gerecht behandelt werden!

Und ja, auch das System nach dem heute die Wissenschaft funktioniert, muss hinterfragt werden (Bewertungssystem, Akquise und Abhängigkeit von Forschungsgeldern/Drittmitteln, Notwendigkeit der Veröffentlichung medienwirksamer Ergebnisse etc.). Dies rechtfertigt jedoch nicht den Rückfall in eine unaufgeklärte,  faktenlose Glaubensgesellschaft. Kapitalistische, neoliberale Ansätze vertragen sich nun einmal mit Bereichen wie Wissenschaft, Kunst, Umwelt- und Naturschutz, Bildung, Infrastruktur, freien Medien u.a. wirklich nicht gut. In diesen Bereichen unterwerfen sie nach einer gewissen Zeit die besten Ideen und Ansätze ihren Regeln und führen sie damit ad absurdum.

"Turtle"

Das Abschieben der Verantwortung für unser Handeln oder Nicht-Handeln auf zukünftige technische Lösungen alleine bringt uns nicht mehr weiter. Wir werden parallel dazu unsere Werte und Ziele überdenken, unsere Einstellungen, unsere Haltung, d. h. unser Verhalten ändern müssen. Wir müssen verstehen lernen, dass wir unseren Überfluss auf Kosten anderer Menschen und begrenzter natürlicher Ressourcen leben. Wir werden erkennen müssen, wann wir genug haben, dass es nun um andere Ziele geht als „immer mehr, immer und überall verfügbar und v.a. für mich!“. Alle, die genug haben, müssen mit denen teilen, die noch nicht diesen Wohlstand genießen. Verzicht heißt in unserem Fall, die wir begünstigt sind, einfach Nicht-Notwendiges und Nicht-Wesentliches los- und wegzulassen. Auch wir leiden (oft lange unbewusst) an dieser Situation, an unserem Überfluss (Angststörungen, Herz-Kreislauferkrankungen etc.).

Weniger zu besitzen bedeutet weniger Verantwortung zu tragen, weniger Angst zu haben etwas zu verlieren, weniger Arbeit, mehr Zeit für Wesentliches (Beziehungen pflegen, Weiterentwicklung, konstruktives Teilhaben an der Gesellschaft etc.). 

Alternative Verkehrsmittel zu nutzen bedeutet mehr Bewegung im Alltag, Gesundheit, Zeit zum Lesen und Entspannen. Zeit um sich die Frage zu stellen, was denn wirklich glücklich und zufrieden macht, was Wesentlich ist in meinem Leben. Es ist einerseits die Aufgabe der Politik dafür die Rahmenbedingungen zu schaffen und andererseits unser aller Aufgabe unsere innere Einstellung und unsere Werte zu überdenken.

Wir müssen begreifen, dass wir nicht mehr Recht auf Wohlstand und gutes Leben haben als alle anderen Lebewesen auf der Erde. Wir sitzen eben nicht alle im selben Boot. Wir erleben nur den selben Sturm. Die Corona-Krise sowie auch die Klimakrise werden uns aufzeigen, dass wir alle gemeinsam denken und handeln müssen.

"Kindle"

Mit dem Klimawandel verhält es sich wie mit der Corona-Pandemie. Beides ist nicht verhandelbar. Das Virus ist da und verbreitet sich, wir können die Verbreitung allerdings durch intelligentes gemeinschaftliches Verhalten beeinflussen. Ebensolches trifft auf die Nutzung fossiler Brennstoffe, unseren Fleischkonsum oder unseren Energieverbrauch zu. Die technischen Lösungen sind vorhanden, der politische Wille ist noch zu schwach um die Rahmenbedingungen zu schaffen (Umschichten der Förderungen, Kostenwahrheit schaffen etc.). Die meisten von uns könnten schon jetzt in ihrem Leben die Ausrichtung verändern, viele tun es auch schon und werden belohnt. Unser Gehirn möchte belohnt werden. Mit welchem Verhalten wir diese Belohnung auslösen, das können wir uns selbst aussuchen. Es kommt nur auf die Ziele an die wir uns setzen.

Ich befürchte, unser zerstörerischer Umgang mit uns selbst und unserer Um- und Mitwelt resultiert zu einem großen Teil aus Traumata und unseren gekränkten und fehlgeleiteten Egos. Wir kommen nicht daran vorbei, uns mit uns selbst intensiv auseinanderzusetzen bevor wir unser schädigendes Verhalten unserer Um- und Mitwelt gegenüber erkennen, akzeptieren und verändern können. 

Es ist für jede/n einzelne/n von uns essenziell zu erforschen, was uns in tiefster Seele wichtig ist und glücklich machen kann. Nur so können wir von allgegenwärtigen Werbebotschaften unabhängig werden und uns vor Manipulation schützen! Indem wir wissen, was unser Ziel ist, welche Werte uns wichtig sind und indem wir nach diesen Werten so konsequent und gut leben wie es uns möglich ist. So wächst unser Selbstvertrauen, unsere Unabhängigkeit, Freiheit und unsere Zufriedenheit mit unserem Leben. 

Die Voraussetzung um sich auf dieser Ebene mit sich selbst und dem Leben beschäftigen zu können ist eine gewisse Freiheit von der Sorge um die finanzielle Existenz. Solange wir unsere Energie und Zeit ängstlich in den Erhalt unseres Lebensstandards stecken (immer relativ zum Umfeld, Zukunft/ Altersvorsorge inbegriffen), sind wir einfach zu müde, zu gestresst (Angst ist gleich Stress): nicht fit und gesund genug um über uns selbst zu reflektieren. Ein Grundeinkommen für alle, das zumindest unsere Existenz sichert, wäre wohl auch in dieser Hinsicht ein wertvoller Beitrag.

"Earth rise 2050?"

Ich habe mir vorgestellt, wie es wohl einer hoch entwickelten, außerirdischen Spezies ergehen würde, die unseren wunderbaren blauen Planeten entdeckt und genauer beobachtet, was auf dessen Oberfläche so abgeht. Sie würde wohl erkennen, dass viel Bautätigkeit von statten geht, dass es reges Treiben in der Luft (zur Zeit gerade weniger), auf dem Wasser und auf dem Land gibt. Da ist offenbar ein Wesen global in Bewegung und verändert die Erdoberfläche, die Zusammensetzung der Atmosphäre, die Temperatur und den ph-Wert der Ozeane. Es reißt Wunden in die Erdoberfläche um Material abzubauen, das es woanders wieder verbaut. Es produziert Müll, dass es von einem Erdteil in den anderen karrt oder ins Meer kippt. Es dominiert den Planeten und unterdrückt sämtliche anderen Bewohner - und auch einen großen Teil der eigenen Angehörigen. Es führt Krieg, tötet, zerstört. Oft scheint es um den Rohstoff zu gehen, der gleichzeitig die Atmosphäre verändert. An der sonnenabgewandten Seite überzieht ein dichtes leuchtendes Netz den Planeten. In den Agglomerationen dieses Wesens ist es laut und die Luft ist verschmutzt.

Dieses Wesen hat ganz offensichtlich verlernt und noch nicht wieder gelernt im Einklang mit seinem Planeten zu leben - die Wechselwirkungen, Rückkoppelungen zu verstehen und sich in diesen Rhythmus einzuordnen. Es zerstört Lebensräume und negiert die eigene Abhängigkeit von der Vielfalt dieses grundsätzlich fantastischen Ökosystems das sich über Millionen von Jahren auf diesem Planeten entwickeln konnte. Was für ein Glück, dass die Entfernung zu seinem zentralen Stern und das Vorkommen von Wasser, Leben überhaupt ermöglicht hat! Dass Leben im Wasser entstand und dieses Leben die Atmosphäre mit Sauerstoff anreicherte, wodurch höheres Leben erst möglich wurde. Trotz wiederholter, heftiger Meteoriteneinschläge die zu Massensterben führten, überlebten immer Lebewesen und entwickelten sich weiter.

Und nun verhält sich eines von Ihnen so daneben, dass es dieses fragile System einfach zerstört, innerhalb weniger 100 Jahre! Aus zu wenig Weitsicht, zu wenig Bewusstheit um die Besonderheit des Planeten? Es sind auch zu viele Wesen dieser Spezies im Vergleich zu den anderen. Eine Art Monokultur, gemeinsam mit ihren Nutztieren, die sie gebrauchen. Und Monokulturen sind anfällig für Krankheiten, Viren – eine nicht sehr resiliente Gesellschaft. Wahrscheinlich wird sich die Art nicht halten können. Das Wesen scheint an einem Problem im Umgang mit Egoismus, Konkurrenzdenken, Gier und Macht zu leiden. Aber es war wohl ein bemerkenswerter Ansatz der Evolution. Vielleicht gelingt es das nächste Mal ja besser … der nächste Meteor kommt ja auch bestimmt.

"UFO-Arche"

Weiters stelle ich mir vor, dass diese Außerirdischen als Konsequenz ihrer Überlegungen, beschließen, diejenigen Lebewesen vom Planeten zu retten, die aus ihrer Sicht wohl über kurz oder lang der Ignoranz des herrschenden Wesens erliegen werden. Den unterlegenen Anteil des Wesens nehmen sie vorsichtshalber nicht mit, denn sie vermuten das Problem im Wesen der Spezies. Sie sehen nicht, dass viele davon diesen Weg der Zerstörung schon lange kritisieren, diesen nicht mitgehen wollen. Sie sehen nicht, dass viele von ihnen schon anders leben aber bis zu einem gewissen Grad gefangen sind in einem System, von dem einige wenige sehr profitieren, ein gewisser Anteil gut lebt - alle auf Kosten des Restes. Und sie können nicht sehen, dass ein Umdenken im größeren Stil bereits begonnen hat, aber noch nicht sichtbar durchgreifen konnte, weil die inneren Widerstände noch zu hoch sind.

Aber wir - hier auf der Erde - wir sehen das schon! Und wir sind aufgefordert uns sichtbar zu machen, hörbar, jede/r wo er/sie kann!

"Chance einer Krise"

Den Meteoriteneinschlag, der wahrscheinlich die Dinosaurier zum Aussterben brachte, hat u.a. ein kleiner Nager, ein Säugetier überlebt. Auch wir Menschen gingen aus diesem hervor, wir haben große Gehirne entwickelt und damit Werkzeuge und Maschinen erfunden, Kultur, Sprache, Schrift, Kunst, Wissenschaft und Bildung hervorgebracht. Wir sind ein ausgesprochen soziales Tier, unsere große evolutionäre Stärke liegt in unserer Kooperations- und Kommunikationsfähigkeit. Lassen wir uns nicht einreden, dass Fortschritt primär auf Wettbewerb beruht und ein Gegeneinander notwendig wäre - das Gegenteil ist der Fall!

Könnten wir es schaffen unsere immense Innovationskraft und Kreativität die in jedem/r von uns steckt dafür zu nutzen unser eigenes Leben und das aller anderen auf der Erde so zu verändern, dass es für alle immer gerechter, schöner und gesünder werden kann?

"#allnatural"

Globale Krisen wie die Corona- oder die Klimakrise stellen uns vor eine große Aufgabe: wir sollen vorausschauend handeln - zeitlich und räumlich sind die Auswirkungen unseres jetzigen Tuns verschoben. Der Müll den wir hier produzieren exportieren wir auf einen anderen Kontinent. Die luftverschmutzende Industrie haben wir in Schwellenländer ausgelagert. Der momentane Meeresspiegelanstieg trifft zur Zeit primär wirtschaftlich-weltpolitisch unbedeutende Inselstaaten. Bis Maßnahmen in der Corona-Pandemie vergehen immer 2 Wochen. Unsere Gehirne sind es wenig gewohnt in solchen zeitlich-räumlichen Verschiebungen zu denken. Wir brauchen viel Vorstellungskraft um den Überblick zu behalten. Nach wie vor sind wir gewohnt in linearen Ursache-Wirkungsketten zu denken - die gibt es in der Natur nur sehr selten. Das trifft ebenso auf exponentielles Wachstum zu. Modellierungen, mathematische Modelle und Statistik helfen uns mit schwer vorstellbaren Dimensionen umzugehen. Sie sind eine Stütze unserer Vorstellungskraft, Werkzeuge um Szenarien zu entwickeln, zu visualisieren, vorausschauend planen zu können. So können wir überlegt agieren und müssen nicht unvorbereitet reagieren.

Wir geben zu viel auf das Abbild, unsere eigene Vorstellung der Dinge – wir müssen uns der Welt stellen wie sie ist – die Dinge versuchen zu sehen und zu verstehen wie sie sind, komplex. Sonst entwickeln, forschen, denken, reden und handeln wir an der Realität vorbei. Ich glaube, das ist es, was man Transparenz nennen und einfordern könnte. Von uns allen.

"Berg-Meditation"

Diesen Weg zu gehen bedeutet, dass man sich Wissen aneignen muss über die Dinge, wie sie sind, um sich möglichst gut der Wahrheit nähern und Konsequenzen des eigenen Handelns besser abwägen zu können. Und da wir so viele sind und unsere Erde groß ist und wir uns solche Dimensionen – so wie auch exponentielles Wachstum – nicht so gut vorstellen können, müssen wir systemisch denken und entscheiden lernen. Und weil es so eine große Vielfalt an Lebensräumen, Lebenswelten und Leben gibt, müssen wir das so demokratisch wie möglich machen (professionelle, konstruktive Partizipation und Bürgerbeteiligung). Und nachdem wir alle die Experten für unser eigenes Umfeld und unser Leben sind, müssen wir alle in diesem Prozess mitspielen und uns einbringen. 

Ich stelle mir vor, wie es wäre, wenn wir alle denken, ausprobieren und beobachten und verändern und anpassen und erleben wohin es gehen kann - gemeinsam - und ich hoffe für uns alle, in eine schönere, sauberere, ehrlichere, transparentere, selbstbestimmtere, solidarischere Zukunft auf einem Planeten fort zu schreiten, der uns bei unserem Bemühen seine Selbstheilungskräfte unterstützend zur Verfügung stellen wird, wenn wir uns in die richtige Richtung bewegen. Es kommt nur auf unsere Ziele an.