• WOHIN - illustration - mnutz - Michaela Nutz
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"WOHIN ? schreite ich fort"

In Resonanz auf meine Rolle in der Gesellschaft im Lauf der Zeit.

2. Teil der WOHIN ?-Serie

Selbsterfahrung by Michaela Nutz


Gedanken zum Projekt

Woher komme ich? Wohin gehe ich? Das sind ohne Zweifel wichtige philosophische Fragen. Aber fürs Gelingen des eigenen Lebens stellt sich wohl vorrangig die Frage: was passiert dazwischen? Oder wie gelingt mir das Dazwischen? Wovon hängt dieses Gelingen ab? Zunächst gilt es zu erkennen: 1. die jeweilige Gesellschaft gibt die Rahmenbedingungen vor 2. aber jede/r selbst kann ausgesprochen viel zum Gelingen beitragen und 3. jede/r selbst muss zunächst herausfinden, wohin die eigene Reise gehen soll. 

Serie "Resonanz" - Tusche auf Bamboo Hahnemühle 2019 - digital koloriert und bearbeitet 2020/2021


"You"

WOHIN will ich mich entwickeln? Welche Träume brodeln in mir? Wohin zieht es mich? Wohin will ich mich bewegen? Wobei spüre ich echte Begeisterung? Wenn ich sterbe, wo will ich gewesen sein und was will ich gesehen, gemacht, gekonnt haben?

Wir werden in eine Familie geboren, diese Familie existiert in einem bestimmten sozialen Umfeld, das wiederum eingebettet ist in gesellschaftlich-kulturelle Gegebenheiten. Wir alle werden erzogen und damit unserem Umfeld angepasst. Ob in der Familie oder in der Schule - selten geht es darum, was wir denn jetzt gerne tun und wissen möchten, es geht darum uns beizubringen zu befolgen was eine "Autorität" von uns verlangt, uns unter- und einzuordnen. Diese Erfahrung zieht sich weiter ins Berufsleben. Dort verhalten wir uns so, wie es von uns erwartet wird, dann funktioniert unser Leben äußerlich "reibungslos". Allerdings nur solange wir nicht beginnen, über unser Leben und unsere Rollen und Vorbilder in der Gesellschaft zu reflektieren. Solange wir uns nicht im Klaren sind, weshalb wir auf eine gewisse Weise fühlen, denken und handeln, können wir unsere eigenen Ziele kaum von den aufoktroyierten anderer unterscheiden. 


"Go!"

Welche gesellschaftlichen, kulturellen Rahmenbedingungen und Rollenbilder haben sich meiner bemächtigt? Warum beschäftigt es mich, dass die Welt nicht gerecht ist? Warum müssen wir um Gleichberechtigung noch immer kämpfen? Warum kann ich mich nicht einfach nur auf mein eigenes Leben konzentrieren und einfach das beste für mich - aus diesem Leben - in dieser Gesellschaft - in diesem System - herausholen?

Es tut mir im Innersten weh, dass so oft auf Grund veralteter Menschen- und -Weltbilder, aus Ignoranz, (Macht- und Geld-)Gier und Phantasielosigkeit, Menschen, Tiere oder Pflanzen leiden, Ökosysteme zerstört und Lebensräume ausgebeutet werden. Ich kann dauerhaft weder wegschauen, noch mich "wegdenken" oder mich "wegfühlen". 
Allein die Hoffnung, dass sich doch etwas verändern oder dass womöglich sogar ich dazu beitragen könnte, gibt mir Kraft und Energie - die Aussichtslosigkeit und oft empfundene Ohnmacht aufgrund der Dimensionen und vorrangigen Strömungen lässt innerlich kapitulieren und resignieren. Mein Leben einfach so gedankenlos dahinzuleben - das geht für mich nicht. Sonst hätte ich im Laufe meines Lebens wohl einige Entscheidungen bezüglich Ausbildung, Beruf und Netzwerk anders getroffen.


"Come on!"

Wieso scheint vielen Menschen das Schicksal ihrer nicht engsten Herdenmitglieder gleichgültig zu sein? Kommen viele von uns nicht in die Situation, die sie lehrt zu verstehen und empathisch zu werden? Oder stumpfen wir im Lauf unseres Lebens einfach ab? Vereinnahmt uns das System so sehr, dass wir irgendwann keine Lust, Zeit und Kraft mehr haben darüber nachzudenken? Ist uns unsere Abhängigkeit voneinander und unser Einfluss aufeinander nicht bewusst? 

Unser gemeinsames Klima in dem wir leben, muss ebenso gepflegt werden wie unser Familienklima oder Freundschaften und Bekanntschaften - von lokaler bis auf globale Ebene. Halten wir zusammen indem wir uns gegenseitig stützen in unseren Vorhaben und der Entwicklung unserer Persönlichkeiten und Umsetzung unserer Träume? Oder boykottieren wir sie? Und wenn wir selbst boykottiert werden, geben wir das wiederum auf gleiche Weise an andere weiter? Leben wir in einem fruchtbaren kooperativen Umfeld, das uns motiviert und Möglichkeiten eröffnet oder werden wir verunsichert? Wird unseren Ideen Energie entzogen? Ersticken wir unsere eigenen Wünsche und Ideen im Keim, weil wir uns nicht vertrauen, nicht über den eigenen Schatten springen, um nicht aufzufallen oder womöglich den Unmut der anderen auf uns ziehen? Sind wir so abhängig von der Anerkennung der anderen, dass wir uns selbst verleugnen? Ist das nicht würdelos?

Damit untergraben wir unser Selbstvertrauen und unseren Selbstwert. Dieser Teufelskreis ist auf Dauer selbstschädigend und krank machend. Mit dieser Lebensweise gönnen wir dann auch niemand anderem etwas. So ducken wir uns neidisch, eifersüchtig und mit geringem Selbstwert durch unser Leben. Das einzige Leben das wir haben - vielleicht? Keiner weiß das … 


"Trust"

Wer spricht aus mir? Wer spricht in mir? Wem überlasse ich meine Entscheidungen? Vertraue ich auf mein Bauchgefühl? Überstimmt mich mein innerer Kritiker? Gewinnt immer der Zweifler? Gibt es einen Antreiber, der dafür sorgt, dass ich mich regelmäßig überanstrenge? Wer sind diese Personen, die mich so beeinflussen?

Ein Teil unserer inneren Stimmen spiegeln Meinungen, Kritiken und Zweifel anderer Menschen über uns und die Welt aus unterschiedlichen Lebensphasen - sie beeinflussen uns, sie schränken uns ein. Diese Stimmen zu differenzieren, ihre wahre Aufgabe für uns zu erkennen (schützend, warnend etc.), lässt sie leiser und liebevoller mit uns sprechen. Das ermöglicht uns unsere eigene Stimme zu hören, ihr zu vertrauen und schließlich zu folgen. Erst wenn wir uns fragen, ob wir wirklich unser eigenes Leben leben, ob es unseren innersten Werten entspricht, begeben wir uns auf den Weg zu uns selbst. Wenn wir uns schließlich auf unserem eigenen Weg bewegen, gewinnen wir Selbstvertrauen, weil wir tun, was wir lieben. Und wenn wir etwas gerne und oft machen können wir es irgendwann richtig gut. Das alleine ist schon erfüllend und macht dankbar und zufrieden. Dazu kommt noch, dass wir so unsere individuellen Kompetenzen in die Gesellschaft eintragen und einen Beitrag leisten. Kompensation durch z. B. überflüssigen Konsum oder anderes Suchtverhalten wird immer weniger notwendig. So ein Weg macht tatsächlich nachhaltig glücklich. 

"Be"

Was dürfen wir erwartenin einer Welt voller Möglichkeiten? Einerseits ist es natürlich furchteinflößend uns einzugestehen, dass wir selbst das Ruder in die Hand nehmen und den Kurs ändern können. Weil dann liegt es auch an uns selbst, wenn wir das nicht tun. Es gibt dann niemanden mehr, dem wir die «Schuld» an unserem Schicksal geben können. Andererseits gewinnen wir dafür an Gestaltungsmacht über unser Leben. Tatsächlich ist genug Platz für unser aller Ideen und Träume, und die Welt wäre eine schönere, gesündere und zufriedenere wenn wir alle daran gingen sie zu realisieren. Wir alle haben einen inneren Kompass der uns die richtige Richtung weist - er ist nur verschüttet und irritiert - durch Erziehung, Werbung und Manipulation - befreien wir ihn und uns.